Portugal - Weine

Portugal gehört zu den 10 größten Weinproduzenten der Welt. Dennoch ist der Bekanntheitsgrad portugiesischer Weine vergleichsweise gering. Völlig zu unrecht, denn die Weine aus Portugal sind in ihrer üppigen Vielfalt, ihrer Frucht und Lebendigkeit von hervorragender Qualität. Wenn Sie Weintrinker sind, möchten wir Sie dazu anregen, sich auf Ihrer Reise von dieser Qualität selbst zu überzeugen. Aus diesem Grund bieten wir Ihnen in unseren Programmen in verschiedenen Weinanbaugebieten Portugals Weindegustationen und die Besichtigung von Weinkellern- und Gütern mit kompetenten, meist deutschsprachigen Führern, an.

Um diesen nicht vorzugreifen, verzichten wir auf die Erläuterung der Geschichte und Herstellung des (Port-) Weins in Portugal und geben Ihnen lediglich einen kurzen Überblick über die Qualitätsstufen und die wichtigsten Anbaugebiete und deren Rebsorten.

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Portugal - Weine und ihre Qualitätsstufen

Vinho de mesa
Die einfachste Qualitätsstufe portugiesischer Weine stellen die Tafelweine dar. Sie unterliegen weit weniger strengen Bestimmungen als die Vinhos Regionais und die VQPRD-Weine.

Vinho Regional
Die Regionalweine Portugals unterliegen genau festgelegten Statuten und dürfen nur aus bestimmten Regionalweinregionen stammen. Diese Kategorie lässt den Winzern mehr Freiräume, was die Ausbaumethoden und Auswahl der Rebsorten betrifft, als die nächst höhere Stufe der VQPRD-Weine. Deswegen bevorzugen viele innovative Winzer, die junge Weine abfüllen oder ausländische Rebsorten verschneiden, diese Deklarationsform. Insbesondere in Mittel- und Südportugal wird die größere Flexibilität geschätzt und ein Großteil der Weine kommt hier unter dieser Qualitätskategorie auf den Markt.

VQPRD (Vinho de Qualidade Produzido em Região Determinada)
1. IPR (Indicacão de Proveniência Regulamentada)
Diese Kategorie stellt eine Zwischenstufe zur nächst höheren Qualitätskategorie DOC dar. Weinregionen, die den DOC-Status anstreben, können zunächst in die Kategorie IPR aufgenommen werden. Wenn sie eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung aufweisen können, erlangen sie dann nach 5 Jahren den DOC-Status.

2. DOC (Denominação de Origem Controlada)
Bei der höchsten Stufe der Qualitätspyramide der Portugal Weine sind die Herkunftsregionen, die Rebsorten, Höchsterträge, Ausbauzeiten sowie die inhaltliche Zusammensetzung bestimmter Weintypen vorgegeben. Die Kontrolle der Einhaltung dieser Vorschriften wird von lokalen Behörden durchgeführt, die den Weinen dann ein Herkunftssiegel verleihen.

Portugal - Weine und ihre Anbaugebiete und Rebsorten

Vinho Verde
Die niederschlagsreiche, grüne Landschaft im Norden des Landes stellt mit rund 4000 Hektar Anbaufläche das größte Gebiet für Qualitätsweine in Portugal dar. In den Weinbergen gedeihen traditionelle Rebsorten wie beispielsweise der jugendlich-fruchtige Loureiro, die rassige Trajadura und die erfrischende Pedernã, aus denen der "grüne Wein" gekeltert wird. Der leichte, säuerlich-frische, oft perlende Wein weist meistens einen relativ niedrigen Alkoholgehalt auf. Hergestellt werden weiße und rote Vinho Verdes, rote allerdings nur in geringen Mengen. Die qualitativ hochwertigsten Vinho Verdes werden aus der Alvarinho-Traube erzeugt. Sie entfalten ein wesentlich aromatischeres Bukett und können bis zu 13% Alkohol aufweisen.

Douro
Die Grenzen des Douro-Tals wurden bereits 1756 festgelegt. Somit stellt die Region eines der ältesten gesetzlich definierten Weinbaugebiete der Welt dar. Die Weinberge erstrecken sich größtenteils an den steilen, bis zu 700 Meter hohen Schieferterrassen an den Ufern des Douro. Die Rebsorten, die zur Erzeugung von Port- und Tafelweinen verwendet werden, sind überwiegend dieselben: Die rote Touriga Nacional ist wohl die prominenteste Portweintraube. Hinzu kommen die Sorten Tinta Roriz, Tinta Barroca und Tinto Cão. Wichtige Weißweinsorten der Region sind Gouveio, Malvasia fina und Viosinho.

Die Art der Lagerung und die Dauer des Kontaktes mit Holz und Luft entscheiden über Charakter und Stil des Portweins. Es gibt weiße und rote Portweine. Die Sorten der roten Ports lassen sich in zwei Gruppen unterscheiden:
- Ruby (flaschengereift, rubinrot, süß, fruchtig)
- Tawny (faßgereift, bernstein- bis mahagonifarben, würziges Aroma)
Rubys unterteilt man in die Typen Ruby, Reserve, Late Bottled Vintage und Vintage.
Tawnys gibt es in den Kategorien Tawny, Tawny Reserve, Tawny mit Altersangabe und Colheita. Die Vintages sind die qualitativ besten, seltensten und teuersten Portweine, wobei es auch hier große Unterschiede gibt.

Bairrada
Anders als in den sonstigen Regionen Portugals üblich, wird hier fast ausschließlich eine Rebsorte angepflanzt: Aus der Baga-Traube entstehen tanninreiche, langlebige Rotweine.

Dão
Auf den kargen Böden sind die Erträge hier meist gering. Es entstehen kraftvolle, körperreiche Rotweine aus einer Mischung einheimischer Rebsorten, vorrangig Touriga Nacional, Alfrocheiro und Jaen. Frisch-fruchtige Weißweine werden aus den Sorten Encruzado oder Bical gewonnen.

Estremadura
In der Küstenregion nordwestlich von Lissabon hat sich viel getan in den vergangenen Jahren: Die Qualität der Weine steigt ständig und mittlerweile sind bereits 9 DOC-Bereiche anerkannt. Ihren guten Ruf hat sich die Region vor allem mit ihren frischen Weißweinen erworben, die aus Rebsorten wie Arinto, Fernão Pires oder Vidal gekeltert werden. Vollmundige, lagerfähige Rotweine entstehen hier bevorzugt aus den Sorten Castelão, Trincadeira und Tinta Miúda.

Ribatejo
Auf den fruchtbaren Schwemmlandböden der Ufer des Flusses Tejo können sehr hohe Erträge erzielt werden, weswegen die Region lange Zeit ausschließlich als Produzent von Massenweinen bekannt war. Mittlerweile entstehen jedoch in besseren Lagen im Hinterland auch qualitativ hochwertige Portugal Weine. Einheimische Sorten wie Castelão oder Trincadeira dominieren die Rotweinproduktion, über 40% der Weißweine entstehen aus der Traube Fernão Pires. Ribatejo zählt jedoch zu den wenigen portugiesischen Weinregionen, wo auch in bedeutendem Umfang internationale Rebsorten angepflanzt werden.

Alentejo
In der heißen, fast regenfreien Region ist die Bewässerung der Weinberge unumgänglich. Die Trauben gelangen hier meist schon Anfang bis Mitte August zur Vollreife und so weisen die meisten Rotweine bereits in ihrer Jugend eine reife Frucht und harmonische Tannine auf. Die Beliebtheit dieses modernen Weinstils hat dazu geführt, dass sich das Alentejo trotz seiner nicht unbedingt idealen klimatischen Voraussetzungen für den Weinbau zu einer Moderegion entwickelt hat. Bei den Rotweinsorten setzt man hier vor allem auf Aragonez, Trincadeira und Castelão, die meist leichten, spritzigen Weißweine entstehen aus Roupeiro oder Antão Vaz.

Setúbal
Die südlich von Lissabon gelegene Halbinsel gehört zur Region Terras do Sado. Hier entsteht traditionell einer der besten Muskatellerweine der Welt, der Moscatel de Setúbal.

Madeira
Der nach der gleichnamigen Insel benannte Dessertwein gehört zu den langlebigsten und berühmtesten Weinen der Welt. Die besten Madeiras werden aus einer der 4 Edelrebsorten Sercial, Verdelho, Boal oder Malvasia gewonnen. Durch Aufspritzen mit Weingeist und Zugabe von "vinho surdo", einem sehr süßen Traubensaft, wird der gewünschte Alkohol- und Süßegrad erzielt. Im Anschluss hieran werden die Weine bei Temperaturen um 40° C gelagert. Die Auszeichnung erfolgt nach dem Alter: Finest (3 Jahre), Reserve (5 Jahre), Special Reserve (10 Jahre), sowie Extra Reserve (15 Jahre). Ein Vintage-Madeira darf nur aus einer einzigen Edelsorte und einem einzigen Jahrgang bestehen.

Branntwein und Schnaps

Portugiesische Aguardentes (Branntwein) und Bagaceiras (klarer Schnaps) munden allgemein sehr gut, vor allem die in Holzfässern gereiften Sorten. Bagaceira wird gewonnen durch Destillation aus Trester, also den vollständigen, mit Haut und Kernen zerstampften Trauben. Aguardente enthält viel Alkohol, wird daher mit destilliertem Wasser vermischt und anschließend zur Reifung in Holzfässern gelagert. Der Ginjinha, ein sehr populärer Kirschlikör vor allem in Lissabon, der Medronho, der aus den Früchten des Erdbeerbaums hergestellt wird, und der Figo, ein Feigenschnaps, sind die bekanntesten und beliebtesten Vertreter ihrer Art.

Bier

Es gibt lediglich zwei nationale Brauereien, Sagres und Super Bock. Ausländische Biere wie Tuborg und Cristal werden in Lizenz gebraut. In vielen Kneipen wird auch Fassbier ausgeschenkt, das nicht nur besser, sondern auch günstiger ist.

Kaffee

Der portugiesische Kaffee kommt meist aus den ehemaligen Kolonien Mozambique, Angola oder Brasilien. Er wird entweder als kleiner Espresso (bica) oder als Milchkaffee getrunken. Den portugiesischen Espresso gibt es in vielen Variationen, z.B. bica cheia (weniger stark, mit Wasser gemischt) oder auch café duplo (doppelte bica). Das gleiche gilt für den Milchkaffee: der galão ist die beliebteste Sorte, ein Espresso und heiß aufgeschäumter Milch in einem 0,2 l großen Glas. Garoto ist ein Espresso mit Milch, meia de leite dagegen besteht zur Hälfte aus Milch und Espresso. Filterkaffee ist in Portugal so gut wie nicht verbreitet.